Ist ein neues Allzeithoch unvermeidbar?






Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen sind im Aufwind und nähern sich den Allzeithochs vom Juli. Der Kryptomarkt ist offenbar noch nicht satt und will neue Spitzen austesten. Die Zeichen für eine Blase bleiben zwar weiterhin kaum übersehbar – doch dieses Mal ist die Stärke von Krypto- offensichtlich auch die Schwäche von Fiatwährungen.
Kaum waren sie da, haben sie sich schon wieder in ihren Bau verkrochen, um doch noch ein Jahr in den Winterschlaf zu fallen: Die Bären haben den Bitcoin-Markt doch nicht im Griff. Stattdessen regieren die optimistischen Bullen wieder.
Nachdem der Bitcoin-Preis im April ein Allzeithoch von beinah 65.000 Dollar erreicht hatte, fiel er konstant, bis er im Juli ein Tief von weniger als 30.000 Dollar fand. Der Preis hatte um mehr als 50 Prozent nachgegeben, und das über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten. Nicht besser, sondern schlechter erging es den meisten anderen Kryptowährungen. Ethereum fiel von beinah 4.400 Dollar auf weniger als 2.000, und die gesamte Marktkapitalisierung, also der Wert aller Kryptowährungen und -token, gab von mehr als 2,5 Billionen Dollar mehr als die Hälfte ab.
Der Bitcoin-Preis seit Anfang 2021 in Euro. Quelle: coinmarketcap.com
Eigentlich waren alle Zeichen für einen Bärenmarkt da. Würde alles normal zugehen, wie man es so erwartet, hätte der Markt erst einmal einen Boden finden und stabil halten müssen, bevor überhaupt nur an einen neuen Anstieg zu denken ist. Doch auf den Kryptomärkten geht es eben nicht normal zu.
Der Ethereum-Preis in Dollar nach Coinmarketcap.com
Vom Tiefpunkt Ende Juli aus stieg der Bitcoin-Preis recht aggressiv an. Anfang September stand er schon wieder bei mehr als 50.000 Dollar. Von dort aus fiel er wieder leicht herab auf etwas mehr als 40.000, um dann aber erneut und nicht weniger aggressiv zu klettern. Heute befindet er sich bei gut 57.000 Dollar und damit nicht mehr weit von einem neuen Allzeithoch entfernt. Der Markt ist offenbar weiter hungrig, und die Zeichen deuten darauf hin, dass die Bullen ihren Griff nicht lockern werden, bevor sie den Preis nicht auf neue Höhen getrieben haben. Aber das ist, wie gesagt, der Kryptomarkt, weshalb es auch immer anders kommen kann.
Rangliste der Länder mit dem höchsten Bruttosozialprodukt nach Atango
Der Stand heute ist in jedem Fall der, dass Bitcoin wieder eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar erreicht hat, etwa 931 Milliarden Euro. Der Vergleich hinkt etwas, aber es gibt auf dieser Welt nur neun Volkswirtschaften, mit einem Bruttosozialprodukt, und nur fünf Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar. In dieser Rechnung würde Bitcoin eines der wirtschaftsstärksten Länder dieses Planeten und eines der größten Unternehmen sein.
Der Dogecoin-Preis in Euro. Quelle ebenfalls coinmarketcap.
Auch Ethereum befindet sich mit knapp 3.600 Dollar nahe am Allzeithoch von gut 4.300 Dollar; Coins wie Cardano oder Solana haben es schon längst geknackt, während Dogecoin und Bitcoin Cash noch ein gutes Stück davon entfernt sind, aber ausgerechnet Shiba Inu, eine Kopie des Scherzcoins Dogecoins, schon wieder an der Spitze kratzt. Während bei Bitcoin und Ethereum so etwas wie Stabilität zu finden ist, sind die Coins darunter in wilder Aufregung, wie eh und je, was vielleicht auch ein Zeichen dafür ist, dass die Kryptomärkte noch hungrig sind.
So viele Einhörner … liste nach coingecko.com.
Einer der vielsagendsten, aber auch gruseligsten Indikatoren ist der Einhorn-Index: Die Anzahl der Kryptowährungen und -token, die eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Dollar aufbringen. Dieser ist mit 108 derzeit auf einem Allzeithoch angelangt, wie ich es sehe. Unter diesen Einhörnern sind neben vielen spannenden und legitimen Projekten auch zahlreiche Shitcoins, Scamtoken und allerlei anderer Unfug, den nur ein wilder, besessener und bis zur Hysterie aufgeregter Markt in eine solche Position heben kann.
Gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowerte nach coinmarketcap.
Die gesamte Marktkapitalisierung – also der addierte Wert aller Kryptowährungen und Token – beträgt derzeit gut 2,35 Billionen Dollar. Das ist „nur“ noch 160 Milliarden Dollar vom Allzeithoch von 2,51 Billionen entfernt. Natürlich ist eine Marktkapitalisierung niemals liquidierbar und damit ein Wert, der lediglich auf dem Papier bzw. Bildschirm besteht, sich aber in der Wirklichkeit nicht einlösen lässt. Würde man ihn aber ernstnehmen, wären wir in einer Größenordnung mit dem Bruttosozialprodukt von China und ziemlich genau bei der Marktkapitalisierung von Apple, dem nach diesem Indikator größten Unternehmen der Welt. Immerhin ist alles Gold dieser Welt mit einer Marktkapitalisierung von 10 Billionen Dollar noch ein gutes Stückchen wertvoller.
Rangliste der Marktkapitalisierunug der größten Unternehmen der Welt nach Companiesmarketcap.com
So richtig handfeste Gründe lassen sich für diesen Anstieg nicht finden. El Salvador macht Bitcoin zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel, Non-Fungible-Token (NFTs) boomen auf Ethereum, DeFi ist weiterhin schick, und das auf mehreren Blockchains und Sidechains – das sind alles gute, aber nicht im Ansatz hinreichende Gründe. Die echten Gründen dürften vielmehr darin liegen, dass der Dollar – und mit ihm alle Fiatwährungen dieser Welt – in einem Strudel der Krisen versinken. Die Inflation ist längst da , sowohl in Europa als auch in den USA, und sie wird zum Teil durch die Geldmenge, zum Teil durch Angebotsprobleme getrieben. Aber die Gefahr, dass aus ihr eine Hyperinflation erwächst, die nicht nur alle Werte zermalmt, sondern uns am Ende ganz ohne eine valide Messgröße für Werte zurücklässt, wird immer größer.
Bitcoin wird angesichts dieser Krisen eine immer reizender Option für viele Anleger. Nicht nur als knappes Gut, mit dem man sich vor einem Wertverlust absichern kann, sondern auch als eine reine Größe, mit der man Werte zuverlässiger und zeitlich stabiler Messen kann als mit Papiergeld. Ein Fels in einer Welt, in der der Boden unter den Werten zerbröckelt. Womöglich kann man derzeit auch erstmals mit vollem Recht sagen, dass weniger Bitcoin an Wert gewinnt – sondern die Währungen, durch die wir den Wert von Bitcoin messen, verlieren. Und der Wahnsinn auf dem Markt darumherum wird eine beinah schon zwingende Folge davon.

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Fonte: theblockcrypto.com

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